Parasiten

von Marius von Mayenburg|österr. Erstaufführung
Regie
4. 5. 2002
Burgtheater Vestibül

In seinem Stück „Parasiten“ erzählt er davon, wie Menschen aus Angst vor Einsamkeit und in der Unfähigkeit, mit dem eigenen Schicksal fertig zu werden,Nähe und Mitgefühl bei anderen suchen, dabei jedoch mehr und mehr zu Parasiten verkommen. Dem menschlichen Wirtstier, das vom Helfersyndrom befallen ist, dieses aber zugleich genießt, gelingt es dabei kaum noch, sich aus der Umklammerung zu lösen. Ein Autounfall, die Begegnung des Unfallverursachers mit seinem zum Krüppel gefahrenen Opfer, führt zu einem merkwürdigen menschlichen Kontakt. Der Versehrte spürt plötzlich seine Macht und schickt sich an, seine ihn bis vor kurzem aufopferungsvoll pflegende Freundin zu verlieren. Ein zweites Paar, dem die Zukunft nicht durch Schicksalsschläge verstellt wird, sondern dem sich neues Leben bietet, kann mit dem Ungeborenen nichts anfangen. Es ist vielmehr Katalysator der eigenen Lebensunlust, wird sogar als „Parasit“ im Mutterbauch empfunden. Verhältnisse, in denen normale zwischenmenschliche Verkehrsformen aufs Heftigste infrage gestellt sind.

Denis Petkovic; Jana Becker; Doreen Nixdorf; Dirk Warme; Roland Bender

Bühne und Kostüm Ralph Zeger
Musik Volker Moritz
Dramaturgie Jaochim Lux
Inszenierung Dieter Boyer

Jana Becker, Doreen Nixdorf, Dirk Warme, Roland BenderJana Becker, Doreen Nixdorf, Dirk WarmeDenis PetkovicDenis Petkovic, Jana Becker, Doreen Nixdorf,Roland Bender, Doreen Nixdorf, Dirk Warme
©2017 Dieter Boyer