Sklavin. don’t cry. Work! fmbh

Eine Arbeitsperformance von Alexandra Müller|Publikation
Herausgeber
16. 10. 2007
Forum Stadtpark, Graz

Das Buch Sklavin. don’t cry. Work! fmbh wurde von Dieter Boyer herausgegeben, nachdem er schon in der Entwicklung und Realisierung der Performance der Künstlerin Alexandra Müller involviert war.

Für eine Woche als Sklavin leben. Nicht als Investigativjournalistin im Auftrag der Menschenrechte, sondern in einer Performance als Bestandteil eines Festivals. Das Forum Stadtpark Graz rief im Oktober 2006 KünstlerInnen und Künstlergruppen auf, sich für das Festival „Gold – Armut war gestern“ mit den Themen Macht und Ressourcen auseinander zu setzen. Arbeit ist eine persönliche Ressource – das verleiht Macht. Ich gehöre zu einer Generation, die in eine Arbeitswelt auf Teilzeitbasis hineinwächst, in der jeder froh zu sein scheint, der länger als ein paar Monate beschäftigt wird. Mal ist es die Generation Praktikum und mal die Generation Prekariat, die gleichzeitig zwischen einer Vorstellung von Traumberuf und einem harten Arbeits-Pragmatismus aufwächst. Welche Art von Macht übt Arbeit aus, welche Art von Macht demonstriert eine/r mit dem, was er oder sie tut? So kam ich zur Don’t cry. Work! FmbH und der persönlichen Sklavin, als die ich mich an sieben Tagen des Festivals angeboten habe. Ich gründete mich als eigene kleine Arbeitsfirma und setzte Werbetexte auf, in denen ich mein unterwürfiges Selbst vermarktete. Ausgestattet mit einer Hotline, unter der mich potenzielle Arbeitgeber erreichen konnten, wollte ich eine Frau mit beschränkter Haftung werden, die herausfindet, was eine Woche persönliche Sklaverei mit ihr macht. Die Erfahrungen, die ich dabei machte, sind hier festgehalten. Dieses Buch ist keine Reflexion aus der Distanz, sondern aus tagebuchartigen Aufzeichnungen entstanden. Als persönliche Sklavin schrieb ich in den Zeiten zwischen den einzelnen Aufträgen: über Muskelkater, Hunger, Frustration. Über Arbeitgeber, Euphorie, Zweifel. Aus den knapp 100 handschriftlichen Seiten wurden Passagen ausgewählt und zusammengestellt. Hier paaren sich Elegien mit Arbeitsprotokollen und hungrige Reflexionen über Selbstbestätigung mit Radiointerviews über den Arbeitsbegriff. Der Fotograf Teja Sauer begleitete mich die ganze Woche über und dokumentierte meine Arbeitsplätze, meine Kunden und natürlich mich bei der Arbeit. Aber Teja wurde auch schnell zu einem Teil der Performance und damit zum festen Bestandteil der Notizen und lieferte mit seinen Fotografien einen wichtigen Beitrag für dieses Buch. Zentrum des Buches sind aber vor allem die Geschichten über die Menschen, die sich mit der Don’t cry. Work! FmbH auseinander gesetzt haben. Sie alle haben Arrangements getroffen, mit der Arbeit, mit dem Ich, mit der Arbeitsumwelt. Abgesehen davon, dass ich meine eigenen Arrangements beobachten konnte, habe ich viele verschiedene Arbeitsverhältnisse gesehen und viele Berichte aus den unterschiedlichsten Arbeitswelten gehört. Also bitte: Don’t cry. Read.

Sklavin. don’t cry. Work! fmbh
Eine Arbeitsperformance von Alexandra Müller/Fotos: Teja Sauer
Herausgeber: Die Buchmacher; Gestaltung: Peter Kratzer; Verlag: Forum Stadtpark, Graz, 2007
www.forumstadtpark.at; Gesetzt aus der »Rialto Piccolo« von dftype; ISBN: 978-3-901109-20-X
© Verlag Forum Stadtpark Graz, 2007; © Der Texte und Bilder bei den AutorInnen
Das Buch wurde auf der Leipziger Buchmesse 2008 präsentiert: Insel der jungen Verlage
Do. 13.03. 10:30 uhr und So. 16.03. 14.00 uhr;  Halle 5, d200

Text: Alexandra Müller

Photos: Teja Sauer

Gestaltung: Peter Kratzer

Herausgeber: Dieter Boyer
Verlag: Forum Stadtpark, Graz, 2007
www.forumstadtpark.at
Gesetzt aus der »Rialto Piccolo« von dftype
ISBN: 978-3-901109-20-X
© Verlag Forum Stadtpark Graz, 2007
© Der Texte und Bilder bei den AutorInnen

Das Buch wurde auf der Leipziger Buchmesse 2008 präsentiert: Insel der jungen Verlage

Do. 13.03. 10:30 uhr und So. 16.03. 14.00 uhr;  Halle 5, d200

Alexandra MüllerTitelseiteSklavin. don’t cry. Work! fmbh
©2017 Dieter Boyer